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Romantische Filme – nur etwas für Kitschtrinen?

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Für viele – insbesondere weibliche Fans – sind romantische Filme das Salz in der Suppe der Film- und Fernsehunterhaltung. Hatte man einen stressigen Tag und möchte einfach abschalten oder mit der Freundin vor dem Fernseher, salopp gesprochen, abhängen oder – und hier kommt die masochistische Variante – sich in seinem Liebeskummer suhlen, indem man frisch verliebte Paare im rosaroten Serotoninrausch beobachtet. Aus welcher Motivation auch immer: Diese Filme hatten immer eine riesige Fangemeinde, haben sie noch und werden sie definitiv bis in alle Ewigkeit behalten.

Warum ist das so? Weil romantische Filme – wie die Musik – ohne Umwege über das Gehirn das Herz ansprechen und den Emotionen freien Lauf lassen. Nehmen wir das Cinderella-Prinzip: Unsere Heldin kommt aus niederen Verhältnissen, trifft familiär und/oder materiell bestens aufgestellten Märchenprinzen. Sie verlieben sich und manchmal darf sie ihren Liebsten in spe noch kurzzeitig zickig oder arrogant finden. Im Laufe der Handlung folgen diverse Verwicklungen, während derer anhängliche Ex-Gefährten oder zielstrebige Schwiegermonster schwerste Geschütze auffahren, um eine Vereinigung der Liebenden zu verhindern. Wie gut, dass wir schon in der ersten Filmminute sicher sein dürfen, dass dem Glück letztendlich nichts im Wege stehen wird.

Oder wir hätten da noch die Yuppie-Großtadtpflanze, die den selbstverständlich unverschämt attraktiven Retter diverser Regenwälder oder sonstiger Biotope anfangs total uncool oder als störend empfindet, um ihm nach 90 Filmminuten ins Outback, die Arktis oder sonstige unwirtlichen Fernziele zu folgen.

Wobei wir schon bei den Örtlichkeiten wären, an denen romantische Filme vorzugsweise spielen: Reichten in den Achtzigern im deutschen Fernsehen noch der Schwarzwald oder die Hamburger Nobelviertel, sind wir heute weitaus globaler, luxuriöser und/oder exotischer aufgestellt. Seit Liebesgeschichten auf Kreuzfahrtschiffen, südenglischen Anwesen, in schwedischen Ferienhäusern oder afrikanischen Lodges spielen, können wir in wirtschaftlich schwierigen Zeiten unser Fernweh mangels Urlaubskasse und unser Partnerdefizit ganz einfach am heimischen Fernseher ausgleichen.

Allerdings wäre da noch ein Genre, das genauso gern konsumiert wird, den Verbrauch von Taschentüchern aber dramatisch erhöht. Das sind die melodramatischen oder Tragikomödien. Von den Kritikern teils etwas milder beurteilt, weil ab und an realistischer als die Soap-Variante.

© Hannes Eichinger – Fotolia.com

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